Aus Liebe zum Lack

Sie sorgt für ungiftige, vegane Knallerfarben auf den Nägeln und hat den ersten fast geruchsfreien Nagellackentferner erfunden. Endlich! Nina Skarabela revolutioniert mit ihrem frischen Beauty-Label OZN die gesamte Welt des Nagellacks. Deswegen hatten wir uns auch im Sommer für eine Kooperation entschieden. Wir haben mit Nina über ihr Beauty Label gesprochen:

Was ist an Nagellack eigentlich unvegan?

Das sind die am häufigsten verwendetet Stoffe tierischen Ursprungs, die nicht auf dem Produkt gekennzeichnet werden: Karmin, ein rotes Pigment, das durch Quetschen von Nepal-Schildläusen gewonnen wird. Dieser tierische Farbstoff wird nicht nur für klassisches Rot sondern auch für Rosa, Violett, Braun und viele andere Farbtöne verwendet. Oder Pigmente wie Guanin, das oft für Schiller-Effekte eingesetzt wird und aus Fischschuppen besteht. Aber auch Pflegelacke können tierische Inhaltsstoffe wie Keratin enthalten. Keratin wird aus Haaren, Hörnern oder Hufen gewonnen.

Wir verzichten auf alle Stoffe tierischen Ursprungs, auch auf Bienenwachs. Darüber hinaus läuft auch unsere Produktion streng nach Halal-Richtlinien. Das bedeutet, das auch in den Schmiermitteln, Laufölen und Fetten bei Produktionsmaschinen und Abfüllmaschinen keine tierischen Produkte enthalten sind. Eben so wenig in Reinigungs- und Desinfektionsflüssigkeiten. Es gibt keine parallele Lagerung mit tierischen Produkten und wir haben eigene Maschinen und Abfüllanlagen für unsere veganen Produkte.

Eure Produkte sind nicht nur vegan, sondern auch non-toxic. Welche Inhaltsstoffe sind bei euch noch tabu?

Diese Liste ist lang! Hier nur ein paar Beispiele: Formaldehyd (gilt als krebserregend, darf aber in einer Konzentration unter 1 Prozent in Deutschland verwendete werden), Toluol (entfettet die Haut und kann zu Entzündungen führen), DBP (Dibutylphthalat), Silikon, Mineralöl, Phthalat (chemischer Weichmacher), Kampfer (wirkt auf das Nervensystem und Nieren, kann Übelkeit und Atemnot verursachen) und Colophonium (kann zu Kontaktekzemen führen). Bei Nagellackentfernern wird noch immer gerne Aceton verwendet. Das Einatmen der Dämpfe kann zu Übelkeit und Schwindel führen, die Augen reizen und im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen führen.

Was macht ihr selbst, was lasst Ihr machen?

Noch machen wir fast alles selber. Ich hoffe, dass wird auch so bleiben, denn ich bin ein Kontroll-Freak und gebe ungern Dinge aus der Hand. Meine Bereiche sind Artwork, PR und ich entscheide auch, welche neuen Farben wir aufnehmen oder mit wem wir kooperieren. Davids Bereich ist die Herstellung, das Kaufmännische und die Logistik. Nur den Vertrieb werden wir jetzt abgeben, mich auch noch darum zu kümmern wäre auf Dauer einfach „too much“.

Wie ist es Euch gelungen, einen fast geruchlosen Nagellackentferner herzustellen?

Da ich selber sehr viel Nagellack benutze, habe ich natürlich auch das Problem, dass dieser wieder entfernt werden muss. Nagellackentferner stinkt, danach sehen die Finger immer komisch aus, die Nägel sind trocken und richtig sauber wird’s auch nicht immer. Ich wollte was haben, was gut riecht oder nach nichts, ungiftig ist und schön sauber macht. Also haben wir uns mit unserem Chemiker besprochen und er hat sich drangemacht. Heraus kam etwas ganz wunderbares: ein Nagellackentferner auf der Basis von dibasischem Ester, fast geruchlos und pflegend mit Aloe Vera. Sauber macht er natürlich auch . Ich liebe ihn!

Warum gab es das bisher nicht?

Auch hier kann ich mich nur wundern und sagen, ich weiß es nicht. Keine Ahnung, warum viele Hersteller noch immer mit Rohstoffen arbeiten, deren Wirkung auf den Menschen noch nicht einwandfrei geklärt ist. Vielleicht weil die Verbraucher bisher nicht kritisch genug sind. Ein solcher Nagellackentferner ist natürlich auch ein bisschen teurer als der herkömmliche aus der Drogerie.

Plant ihr noch weitere Produkte?

In erster Line geht es bei OZN um Nagellack und Knaller-Farben. Und dass wir den tollen Nagellackentferner haben, macht mich ohnehin schon super glücklich! Ich bin momentan eher an Kooperationen interessiert – für den BEAN STORE in München haben wir einen eigenen sehr tollen grünen Lack entworfen. So etwas finde ich spannend. Und dann habe ich noch ein paar andere wilde Ideen, die verrate ich aber jetzt noch nicht!

Was hast Du eigentlich vorher gemacht?

Ich habe schon viel gemacht, weil ich mich total schnell für Sachen begeistern kann. Das ist manchmal Fluch und manchmal Segen. Ursprünglich habe ich Grafik-Design studiert – sehr praktisch, weil ich das ganze Artwork selber machen kann. Außerdem arbeite ich seit 10 Jahren als Psychotherapeutin, das ist meine große Leidenschaft! Ich hatte aber auch schon fünf Jahre lang ein eigenes kleines Beauty-Brand, so neu ist mir die Branche daher nicht.

Welche ist Deine Lieblingsfarbe?

Meine Lieblingsfarbe ist EBONY, ein schwarzer Lack, denn ich liebe schwarze Nägel! Außerdem KIRA, ein sehr schönes Rosenholz und DOROTHEE, ein Orange-Rot. Benannt nach einer meiner besten Freundinnen, die ich schon ich seit über 25 Jahren kenne.

Wie ist die Resonanz?

Die Resonanz ist umwerfend! Das hätte ich ehrlich gesagt so nicht erwartet. Uns gibt es ja noch gar nicht so lange und am Anfang ist es eigentlich immer schwer. Aber die Lacke und auch der Nagellackentferner kommen extrem gut an. Ich glaube man merkt, dass wir das wirklich mit Liebe machen und alles unserer Kontrolle unterliegt. Wir stellen in Deutschland her, und alle Inhaltsstoffe werden ebenfalls hier produziert. Das ist mir auch super wichtig. Die gute Qualität, dass die Verpackung schön aussieht, so passt alles zusammen. In erster Linie muss mir meine Marke und mein Produkt selber gefallen. Dass es jetzt auch anscheinend auch vielen anderen gut gefällt, macht mich natürlich total happy.

Interview Julia Akra-Laurien

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