Pflanzenverliebt

Keine Blümchen, keine Pflänzchen, keine Pastelltöne, keine Spur von Grün auf dem Etikett: die vegane Kosmetiklinie aem – organic detox cosmetics von Ana Kuppel erinnert zumindest optisch in keiner Weise an handelsübliche Naturkosmetik. Wir trafen die Berlinerin zum Gespräch über die Kunst, eine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

In der Millionenstadt Berlin liegt die Natur in der Regel nicht direkt vor der Haustür. Woher kommt Dein Interesse für die Heilkraft von Pflanzen?

Ich bin in Kreuzberg aufgewachsen, aber wir sind dann nach Zehlendorf gezogen. Da war es zwar schon ländlicher, aber ich bin ein absolutes Stadtkind. Meine Eltern haben mich dazu erzogen, mich bewusst zu ernähren, mich damit zu beschäftigen, was in Sachen drin ist, wo sie herkommen. Ich habe das Interesse für Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen wohl in die Wiege gelegt bekommen.

Andere wären einfach in den nächsten Drogeriemarkt gelaufen, aber Du hast Dir im Badezimmer Deine eigenen Cremes gemixt.

Mit 15, als meine Haut pubertätsbedingt verrückt spielte, bin ich regelmäßig mit meinen selbstkreierten Masken durchs Haus gerannt. Es ist relativ einfach, eine Creme selbst herzustellen. Ich habe zwei Schwestern, die dann sagten „gib’ doch mal was rüber“, dann kamen die ersten Freundinnen an, die meine Cremes auch ausprobieren wollten. Ich hatte gemerkt, dass wenn man – gerade in der Pubertät – so aggressive Sachen wie Clearasil benutzt, die Haut immer nur schlimmer wird. Mit Naturkosmetik passiert das nicht.

Und das vorhandene Angebot konnte Dich nicht zufriedenstellen?

Ich habe „meine“ Creme nie gefunden. Frau- en sind ja da so ein bisschen eigen, die wollen auch etwas im Bad stehen haben, das chic aussieht, und ich fand immer, Naturkosmetik sieht so langweilig aus. Ich wollte etwas, das anders ist, ein bisschen sexy, modern. Und so ist die Idee zu aem entstanden. Ich war gerade schwanger und musste aus diesem Grund beruflich kürzer treten. Endlich hatte ich einmal Zeit darüber nachzudenken, was ich eigentlich wirklich mit meinem Leben machen möchte. Ich hatte schon immer den Wunsch, et- was Eigenes zu machen.

Du hast Germanistik, Philosophie und Personalwesen studiert. Nicht gerade ideale Voraussetzungen, um ein Kosmetik-Start up zu gründen, könnte man meinen …

Die Leute auf dem Amt haben mir auch erst mal geraten, doch lieber Babynahrung zu produzieren, das wäre in Deutschland von den Vorschriften her noch einfacher, als Kosmetik verkaufen zu dürfen. Ich bin da recht blauäugig ran gegangen und es hat dann sicher auch zwei Jahre gedauert, bis von der Finanzierung bis zur Produktverpackung alles geregelt war. Ich habe mich außerdem zur Naturkosmetikerin ausbilden lassen und habe das Glück, eng mit einem Hersteller zusammenarbeiten zu können, der auf Naturkosmetik spezialisiert ist. Beispielsweise hatte ich die Idee, statt destilliertem Wasser Mineralwasser aus Brandenburg als Inhaltsstoff in meinen Produkten zu verwenden – und wir konnten das umsetzen.

Sprudelwasser fürs Gesicht?

Ich glaube, dass Inhaltsstoffe wie Pflanzen, Kräuter und natürliche Öle eine positive, lebendige Energie in sich tragen. Sterilisiertes Wasser aus einem Plastikbehälter passte für mich einfach nicht dazu. Ich wollte etwas Lebendiges, Regionales. Also habe ich bei der Quelle angerufen, die auf der Wasserflasche aus dem Bioladen stand und die waren sofort dabei.


PERSÖNLICHER-TIP VON ANA 

Kurkumapulver mit Kokosmilch vermischen, bis ein dicker Brei entsteht. Diesen als Maske mindestens zwanzig Minuten einwirken lassen und unter der Dusche abrubbeln, fertig ist der Strahleteint.

 


Interview ANNIKA LÖSCH

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